Geschichte des
Harburger Posaunenchores

Posaunenchor Harburg 1888-2009
Gegründet
wurde der Harburger Posaunenchor im Jahre 1888. Damals sammelte der Lehrer und
Organist Heinrich
Schulz in Harburg junge
Männer um sich, die bereit waren, das Posauneblasen zu erlernen. Die Trägerschaft
übernahm der "Ev.-luth. Männer- und Jünglingsverein e.V. Harburg/Elbe"
Die ersten Übungsstunden fanden in der Schule Wilstorf statt. Am ersten Advent
des Gründungsjahres gab es beim Familienabend des Vereins das erste öffentliche
Blasen.
1906
zogen die Posaunenbläser in die Marienstraße 40 um. Dort hatte sich der Männer-
und Jünglingsverein ein Vereinshaus gebaut. Für den Posaunenchor war es damals
eine gute Übungsstätte. Seine Mitglieder kamen - damals wie heute - aus allen
Harburger Kirchengemeinden. Schon damals brachten die Mitglieder eine Menge
Begeisterung mit für das Blasen von Trompete, Flügelhorn, Posaune, Tenorhorn
und Tuba.
Während
und nach den beiden Weltkriegen gab es große Lücken im Kreis der Bläser. Doch
fanden sich auch nach den Kriegen jeweils schnell ein Dutzend Bläser zusammen,
die bei Gottesdiensten, Missionsfesten, Grundsteinlegungen und Einweihungen
mitwirkten. 1946 war es Peppi
Behrend, der eine kleine
Schar um sich sammelte und dafür sorgte, dass der Harburger Posaunenchor seinen
festen Platz im kirchlichen Leben wieder einnahm.
1962
übernahm Heinz
Korupp die Leitung des
Chores. Seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass der Harburger
Posaunenchor immer wieder mit besonderen musikalischen Leistungen aufwarten
konnte und seit Jahren weit über die Grenzen des Kirchenkreises hinaus bekannt
ist. Zum einen dokumentieren dies die zahlreichen Auftritte des Posaunenchores,
z.B. auf den Deutschen Evangelischen Kirchentagen oder auf dem 800. Hamburger
Hafengeburtstag, bei unzähligen Konzerten in Lüneburg, Flensburg, Braunschweig
oder den Hamburger Hauptkirchen St. Michaelis und St. Petri, in denen die Harburger
regelmäßig zu Gast sind. Nicht zu vergessen die musikalische Umrahmung vieler
Gottesdienste im Harburger Raum sowie die traditionellen Adventskonzerte
in der Dreifaltigkeitskirche und das Volkstümliche Weihnachtskonzert
in der St. Johanniskirche in Harburg. Zum anderen verdanken die Freunde der
Bläsermusik der Innovationsfreudigkeit von Heinz Korupp eine Reihe neuer Klangerfahrungen.
So gab er anläßlich des 100jährigen Jubiläums 1988 bei der Komponistin Magdalene
Schauss-Flake die Choralfantasie "Nun bitten wir den Heiligen Geist"
für Bläser, Schlagwerk, Orgel und Gemeinde in Auftrag. Und auch zum 111jährigen
Bestehen im September 1999 wartete der Chor mit der "Festlichen
Suite" auf, der ihr Komponist Manfred Schlenker eigens zu diesem Anlass
eine Ergänzung für Schlagwerk anfügte.
Viele Jahre war der Posaunenchor Harburg das nordöstlichste Aushängeschild des hannoverschen Posaunenwerkes und Stammchor der "Kreisverbindung Unterelbe von 1897". Dann jedoch wurde Harburg 1978 bei der Gründung der nordelbischen Kirche gegen Cuxhaven mit der hannoverschen Kirche getauscht und über Nacht wurde der Posaunenchor nunmehr zum südlichsten nordelbischen Chor, verblieb jedoch gleichzeitig in der Unterelbischen Kreisverbindung, der Heinz Korupp als Leiter ebenfalls viele Jahre vorstand. Mit der Verleihung der Bugenhagen-Medaille an Heinz Korupp im Oktober 1998 durch Bischöfin Maria Jepsen hat sich die Nordelbische Kirche und Posaunenmission noch einmal öffentlich ihres musikalischen Zugewinns vergewissert.
Im September 2008 wurde Heinz Korupp feierlich nach 45- jähriger Tätigkeit als Chorleiter verabschiedet. Gleichzeitig feierte der Posaunenchor Harburg sein 120- jähriges Jubiläum mit der Uraufführung der „Sinfonie der Engel“ von Rainer Schmitz. Neuer Leiter wurde Stefan Henatsch, der schon in den 80ger Jahren als Trompeter im Chor mitspielte und die Verbindung bis in die heutige Zeit aufrecht hielt. Im September 2009 wurde er in einem Festgottesdienst in sein neues Amt eingeführt.
Quellen
:
-
Kirchenkreis Information Nr. 3/99 (hrsg. Ev.-luth. Kirchenkreis Harburg)
-
Holger Gehrke in : Posaunenchor, Magazin für Bläserinnen und Bläser, 1/99